Der Weg für eine weitere Solaranlage im Dessora-Park ist frei
Stadt hofft, Flächen in Zukunft wieder eigenständig vermarkten zu können
ORANIENBAUM-WÖRLITZ. Eine große Mehrheit des Stadtrats Oranienbaum-Wörlitz hat sich am Dienstagabend dafür ausgesprochen, im Dessora-Industriepark eine weitere Fläche für Sonnenkollektoren zur Verfügung zu stellen. Ein Unternehmen aus Köthen hat Interesse, dort eine Photovoltaik-Anlage zu errichten. Nach Angaben von Bürgermeister Uwe Zimmermann (Linke) liegt vom Investor die Zusicherung vor, dass die Gewerbesteuern bei der Kommune bleiben.
Darüber hinaus verfolgt die Stadt das Ziel, nach einem erfolgreichen Verkauf der Teilfläche wieder selbst in die Vermarktung des übrigen, knapp 30 Hektar großen Areals einsteigen zu können. Diese liegt bislang in den Händen eines Grundpfandrechtsgläubigers, für den laut Zimmermann ein Makler aus Düsseldorf in Erscheinung tritt. Die Hoffnung der Stadt besteht darin, nach zehn Jahren – 2007 war es im Zuge der Insolvenzen der Dessora-Gesellschaften Dessora Industriepark GmbH und Dessora Grundstücks GmbH & Co. KG zu einem 450.000 Euro teuren Vergleich gekommen – aus der Liquidation entlassen zu werden.
„Diese Vision habe ich“, sagte Stadtratschef Maik Strömer (CDU). „Es wäre schön, die Zügel wieder in die Hand zu bekommen.“ Künftige Erlöse könnte in diesem Fall wieder die Dessora-Industriepark GmbH für die Stadt erzielen. „Klar handelt es sich um hochwertig erschlossenes Gebiet, was wir für Photovoltaik zur Verfügung stellen. Meine Zustimmung gibt es nur deswegen, um später wieder in eigener Regie handlungsfähig zu werden“, sagte Rüdiger Schmidt (SPD). Die Solaranlage, in die er überhaupt nicht verliebt sei, solle auf die eine Fläche beschränkt bleiben, meinte Zimmermann. Aber ohne sie würde man sich vielleicht die Chance vergeben, Zugriff auf die Vermarktung zu erhalten.
Oranienbaums Ortsbürgermeister Michael Marks (Freie Wähler) wünschte sich großes Geschick bei den Verhandlungen über den Kaufpreis. Aufgrund der Dringlichkeit hatte er die Meinungen der Ortschaftsräte telefonisch und per Mail eingesammelt. Von denen äußerte sich Otto Klempert (CDU) besonders kritisch. „Ich halte die Aussichten für spekulativ. Ich bin nicht dafür, eine Fläche mit Solaranlagen zuzupflastern. Und am Ende haben wir nichts davon.“ Folgerichtig kam von ihm die einzige Nein-Stimme. Holger Zientek (SPD) enthielt sich. Dass die Solaranlage in der Nähe des Betonwerks gestattet werden soll, wird im Bebauungsplan auftauchen. Zusätzliche Kosten entstehen nicht, ihn um den notwendigen Passus zu ergänzen.
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