Spielgeräte sollten längst sicher stehen
In Vockerode herrscht Verärgerung über Zeitverzug
VOCKERODE. „Ich bin zuversichtlich, dass das Problem zügig aus der Welt geschafft wird. Da hängt eine Menge ehrenamtliche Arbeit dran“, sagt Maik Strömer (CDU), Vorsitzender des Oranienbaum-Wörlitzer Stadtrats. Das Problem, das er meint, ist in Vockerode angesiedelt. Dort muss sich die von mehreren Eltern getragene Spielplatz-Initiative schon seit längerer Zeit tüchtig in Geduld üben. Obwohl inzwischen weitere Spielgeräte für das Areal westlich der ehemaligen Grundschule angeschafft werden konnten – finanziert vom nach einem Online-Voting gewonnenen 1.000-Euro-Preisgeld des Getränkeproduzenten Fanta -, lässt deren Aufstellung auf sich warten.
Die erforderlichen Fundamente sind ungeachtet vorheriger Absprachen nicht angelegt worden. Jetzt hat Ilka Schulz-Steinbrück, eine der Vertreterinnen der Spielplatz-Initiative, von Bürgermeister Uwe Zimmermann (Linke) den Tipp erhalten, sich direkt an Waldemar Heinze zu wenden. Der Leiter des Eigenbetriebs Kommunalservice Oranienbaum-Wörlitz sei über den Sachverhalt informiert. Positioniert und sicher im Erdreich verankert werden sollen zwei Wipp-Tiere und ein Fußballtor. Im Ortsteil angekommen sind die Geräte bereits in diesem Februar. „Im April, so war der auch mit dem Bauamt verabredete Plan, sollten sie dann stehen“, berichtet Schulz-Steinbrück.
Weil aber über Wochen hinweg nichts passierte, wurden die Neuerwerbungen bei den Eltern ihrer Mitstreiterin Nina Kokoschko-Höhne untergestellt. Diese vorrübergehende Entscheidung, gibt Ilka Schulz-Steinbrück zu, sorgte in Teilen von Vockerode schon für böses Blut. „Mancher argwöhnte, wir würden die Dinge nun privat nutzen wollen.“ Das sei kein schöner Vorwurf. Dabei könne die Spielplatz-Initiative wahrlich nichts für die Verzögerungen. „Aber wir haben uns in der Vergangenheit um so viele Sachen gekümmert, da wollten wir nicht wegen eines weiteren Arbeitseinsatzes betteln.“ Andererseits sei nachvollziehbar, dass Fanta das bloße Vorhandensein der Geräte nicht genüge. „Die wollen dokumentiert sehen, dass die Wipp-Tiere und das Tor auf dem öffentlichen Spielplatz stehen.“
Die Spielplatz-Initiative wählte den Gang an die Öffentlichkeit, weil sie außerdem befürchtet, dass Fanta irgendwann Geld zurückfordert. Dass Uwe Zimmermann die Auffassung vertritt, man werde eine Lösung für den Betrag finden, der womöglich bei Fanta verloren gehe, stößt auf Verwunderung. „Hat es die Stadt denn wirklich so dicke?“ fragt Ilka Schulz-Steinbrück. Auch das Argument, die Verwaltung habe keinen Ansprechpartner gehabt – Nina Kokoschko-Höhne nahm eine Kur wahr -, lässt sie nicht gelten. Ähnlich wie Vockerodes Ortsbürgermeisterin Renate Luckmann (SPD), von der zu hören war: „Ich bin immer erreichbar.“ Kokoschko-Höhne selbst hatte dem Bürgermeister vor ihrer Abreise fünf Ansprechpartnerinnen genannt.
Generell streute sich das Stadtoberhaupt jedoch Asche aufs Haupt. „Die Kritik ist nicht ganz unbegründet“, meinte Zimmermann im Hauptausschuss. In einer Mail an Schulz-Steinbrück machte er geltend, dass man es leider im Augenblick nicht schaffe, „die zeitlichen Abläufe so zu gestalten, dass alle Arbeiten fristgerecht erledigt werden können“. Ihm zufolge widmete sich der Eigenbetrieb, dessen personelle Situation „im Augenblick“ eine schnellere Abarbeitung der Aufgaben nicht zulasse, zunächst der Aufstellung von Geräten in Nachbarschaft der Wörlitzer Kita „Villa Sonnenschein“.
„Das Geld dafür wurde ebenfalls über die Fanta-Spielplatzinitiative gewonnen“, teilte Zimmermann mit. Allerdings habe in Wörlitz, wo sich zu seinem Bedauern die Standortsuche respektive die Einzäunung des Standortes verzögerten, tatsächlich die Rückforderung des bereits gezahlten Teilbetrages gedroht. „Die Aufstellung in Vockerode wird schnellstmöglich nachgeholt“, fügte er hinzu. Ilka Schulz-Steinbrück versichert jedenfalls, schnell mit dem Kommunalservice-Chef in Kontakt zu kommen. Ein bisschen hat sie aber das Gefühl, dass sich der Bürgermeister die Verantwortung „vom Hals halten“ will.